Rundgang mit Smartphone

Ausgerüstet mit gutem Schuhwerk und möglichst je einem Tablet-PC/Smartphone, startet die dritte  „Tour mit Smartphone“ am Sonnabend, 10. März 2018, ab 15 Uhr,  ab Vehrels/Stedingsehre in Richtung Tom-Dyk-Straße, weiter zum Vorfeld, zum Grollander Marktplatz, die Emslandstraße entlang zur Brakkämpe, zurück über Stedingsehre zum Ausgangspunkt. Am Treffpunkt gibt es diese kurze Einführung:

Grolland, 1189 erstmals urkundlich erwähnt, als Hollerkolonie erschlossen und durch die Jahrhunderte landwirtschaftlich genutzt. 1795 weilte ein prominenter Gast auf dem Gut Grolland, der Graf von Artois, Emigrant vor der französischen Revolution und späterer König X von Frankreich.

Grolland

Der Graf von Artois verbrachte einige Wochen auf dem Gut Grolland.

Das Dorf hatte eine Bebauung von vier Höfen entlang der Grollander Straße. Im Norden war nach 1311 der Wardamm als neue Verbindung Bremens in Richtung Delmenhorst und Oldenburg gebaut worden. Einer der vier Höfe zog aufgrund zahlreicher Überfälle von seinem Platz, an der Grollander Straße, nahe der heutigen Bahnlinie, hinter die Ochtum in den Schutz des Zollhauses beim späteren Storchnest.

Die Ochtum wurde entlang der Grollander Feldmark schon im Mittelalter kanalisiert, auch als natürlicher Schutz für das nahe Bremen. 1783 soll der spätere Dichter Johann Gottfried Seume, der angeblich in Bremen desertiert war und von den Bürgern versteckt wurde, über die Ochtum geflüchtet sein. 1909 entstanden die erste Ochtumbrücke auf Höhe der Duckwitzstraße, die später Grollander Heerstraße und danach Oldenburger Straße hieß. 1913 wurde der Grollander Krug gebaut. Die ersten Häuser An der Wurth und am Vorfeld entstanden in den 20er Jahren.

Grolland

Erste Bebauungsplanung für die Schütteschen Grundstücke an der Duckwitzstraße.

1913 hatten 36 Architekten an einem Wettbewerb zur Bebauung der Schütte’schen Grundstücke an Vorfeld und An der Wurth teilgenommen, der Erste Weltkrieg verhinderte eine Realisierung.

1935 nahm die Baugenossenschaft Grolland den Siedlungsgedanken neu auf, Am Vorfeld wurden die ersten Häuser gebaut, es folgten die Bardenflethstraße und später die weiteren Straßen in Grolland I, bevor ab 1939 Grolland-Süd gebaut wurde. Gemeinschaftsanlagen für Sport, Schule und Kirche wurden geplant, aber erst nach 1945 realisiert. Das Straßenbahndepot gegenüber der Ochtumbrücke war 1955 von der Vulkanstraße dorthin verlegt worden. 1976 wurde die Straßenbahn als Stadtbahn durch Grolland nach Huchting weitergebaut worden. Die Oldenburger Straße war 1973 auf Stelzen gestellt worden.

Grolland

1973 wurde die Oldenburger Straße auf Stelzen durch Grolland geführt.

So lange gab es ganz deutlich eine vom Hauptdamm abgesetzte Ortsfahrbahn, Emslandstraße, mit einer Vielzahl von Geschäftshäusern. Die Bebauung des Grollander Marktplatzes erfolgt seit 1945, zuerst die beiden Gebäude mit dem heutigen Friseursalon Renken, später Bäcker/Schlachter, 1952 das Ärztehaus und dann der Konsum, der zur Volksbank wurde, bevor das Haus zu Wohnzwecken mit Praxis umgebaut wurde. Die Mietwohnungen entlang des Vorfeldes entstanden in den 1950er Jahren, das Gemeindehaus 1954 und die gegenüber gelegene Kirche erst 1964.

Nach einem ersten Rundgang „in Eiseskälte“ im Februar (siehe Bericht Weser Report, 15.02.2017 im Menü Presseschau) und einer Wiederholung im Mai, wird ein dritter Rundgang geplant. Treffpunkt ist am Sonnabend, 10. März 2018, um 15 Uhr, das Siedlungshäuschen an der Vehrels/Stedingsehre,eine Anmeldung  per Mail an info@grollandergeschichten.de ist erforderlich. Unterwegs werden an bestimmten Punkten Stopps eingelegt, um über Tablet/Smartphone Fotos zu laden, die mit der aktuellen Umgebung verglichen werden. Es wird aber auch an diejenigen gedacht, die sich offline einfinden, es gibt beim Rundgang auch einen Weg, die Fotos analog zu betrachten.